Cybermobbing: Wenn das Netz nicht vergisst

Caritas warnt vor den Gefahren für Jugendliche

Das Netz vergisst nicht – eine bittere Wahrheit, die viele Jugendliche unterschätzen. Respekt Coachin Sandra Klenner vom Caritasverband Braunschweig brachte gemeinsam mit dem Programm Cybermobbing im Rahmen eines Workshops an der Realschule Sidonienstraße Licht ins Dunkel.

Gemeinsam mit Schüler:innen der 6. Klasse ging es um die Fragen: Was passiert mit meinen Bildern im Netz? Und wie schütze ich mich vor digitalem Mobbing? Die Schülerinnen und Schüler beschäftigten sich intensiv mit den Auswirkungen von Mobbing im digitalen Raum und lernten, wie sie sich davor schützen können. Schnell zeigte sich, dass es mit der Aufklärung noch viel zu tun gibt.

"Was passiert mit meinen Bildern im Netz?"

Ein zentraler Aspekt des Tages war die Frage: "Was passiert mit meinen Bildern im Netz?" Viele der Schüler:innen waren sich überhaupt nicht bewusst, dass Bilder, die sie täglich in sozialen Medien teilen, oft dauerhaft und unkontrollierbar verbreitet werden. Dieses Aha-Erlebnis öffnete vielen die Augen und machte einige auch nachdenklich. Respekt Coachin Sandra Klenner sagte dazu: "Bilder, die du heute teilst, können morgen in einem völlig anderen Kontext auftauchen. Was einmal im Netz ist, bleibt oft für immer." Es sei unglaublich schwer, manche Inhalte wieder aus dem Netz zu entfernen.

"Ein Schwebezustand, der nur schwer zu ertragen ist"

Caritas-Vorstand Dr. Marcus Kröckel betonte in diesem Zusammenhang: "Medienkompetenz ist der Schlüssel, um junge Menschen vor den Gefahren der digitalen Welt zu schützen und sie zu verantwortungsbewusstem Handeln zu befähigen." Nur so könne man Cybermobbing und die damit verbundenen Risiken wirklich bekämpfen. Deshalb sei es von großer Bedeutung, dass eine neue Bundesregierung zeitnah den Haushalt beschließt, damit solche Workshops auch in Zukunft stattfinden können. Niemand wisse momentan ganz konkret, wie es mit Programmen wie den Respekt Coaches oder den Mental Health Coaches weitergehe. "Das ist für die Mitarbeitenden, die jeden Tag wichtige Projekte ins Leben rufen, ein Schwebezustand, der nur schwer zu ertragen ist", so Kröckel.

 

Robert Braumann/Caritasverband Braunschweig